07.-09. Mai 2010

Eine neue Ethik für die Globalisierung
Schulfach Weltbürgerkunde

Die kritischen Anmerkungen des erkrankten Dr. Till Bastian zur sogenannten globalen freien Marktwirtschaft unter der Überschrift "Naturzerstörung, Kriegsgefahr und Weltbürgerpflichten" wurden verlesen. Deutschland sollte die Exportweltmeisterschaft nicht mehr anstreben und zur De-Globalisierung der Handelsströme beitragen. Übergeordnetes Ziel ist, die Umweltzerstörung zu stoppen und die regionalen und dezentralen Strukturen zu stärken.
Für die Mehrheit der Bevölkerung sind diese Gedanken neu. Wir müssen die Menschen dort abholen, wo sie stehen, war eine Schlussfolgerung aus dieser Situation.

Horst Prem verdeutlichte am Beispiel des Landkreises München unter dem Thema "Globales lernen und lokales Handeln", wie der ökologische Fußabdruck von 11 t CO2 jedes Bürgers verkleinert werden kann. Die Lösungen sind bekannt, sie müssen umgesetzt werden. Dazu fehlen aber auch die ordnungspolitischen Voraussetzungen. Für die geschlossenen Stoffkreisläufe fehlen gesetzliche Rahmenbedingungen, die ähnlich aufgebaut sind wie das Erneuerbare Energiengesetz für Stromnetze (EEG). Eine Schlüsselstellung nimmt dabei ein Erneuerbares Energiengesetz für Gasnetze ein. Dabei kann auch nicht die Ausrede helfen, man sei abhängig von der Kooperationsbereitschaft anderer Staaten, um globale Ziele durchzusetzen. Dieses Obrigkeitsdenken wurde kritisiert, denn der Staat, der voll auf die dezentralen Strukturen insbesondere in der Energiewandlung setzt, wird Vorreiter bei der Überwindung der Finanz- und Wirtschaftskrise sein. Eine militärische Beschaffung von Energiesklaven führt in eine Entwicklung, die auch zum Untergang der Antike (militärische Beschaffung von menschlichen Sklaven) geführt hat.

 

Stephan Mögle Stadel verdeutlichte unter dem Thema "Globalisierungskrise – eine pädagogische Herausforderung", dass zwar die Weltwirtschaft globalisiert ist, aber  das Rechts- und das Werteverständnis nicht. Erst nach den katastrophalen Zusammenbrüchen nach den beiden Weltkriegen wurden internationle Institutionen geschaffen, die beispielsweise mit der Verabschiedung der Menschenrechtserklärung vom 10.12.1948 Beiträge geliefert haben, ein gemeinsames Werteverständnis zu entwickeln. Diese moralischen Appelle wurden aber erst mit der Einführung des Internationalen Strafgerichtshofes in Den Haag im Jahre 2002 justiziabel.
Anhand der Beschreibung der "Persönlichkeiten auf dem Wege zur Weltbürgerschaft" und hier insbesondere Dag Hammarskjölds verdeutlichte Mögle-Stadel, dass es immer Initiativen von Einzelnen waren, die die Wertvorstellungen vorangebracht haben.
Prof. Dr. Wolfgang Deppert erläuterte anhand der Beiträge der Musiker und Komponisten Beethoven, Mozart und Schubert die Kritik am Obrigkeitsdenken und die Hinwendung zu republikanischen Strukturen. Am Beispiel von Beethovens Tripelkonzert (C-Dur, Opus 56) wurde die Führungsfunktion des Orchesters (Bürger) für die Solisten (Regierenden) verdeutlicht. Die Klingberger Symphoniker sind dabei nur in CD-Form aufgetreten.

UMSETZUNG

Kinderrechte stärken; Tendenz Weltbürgerkunde
Bildungspflicht durch Bildungsrecht ersetzen

neues Schulfach oder Integration in existierende Fächer: projektartigen Unterricht für Weltbürgerkunde einführen,
Profile der Schulen in Hamburg sind entwickelt: diese Profile untersuchen hinsichtlich Stimmigkeit mit diesem Projektunterricht; Eike Möller, 28.8.2010, Präsidiumssitzung DFW und Mitgliederversammlung DFW 23.10.2010;
Schulprojekte: www.weltdemokratie.de

VfW ist Mitglied im Landesschulbeirat in Hamburg; über diesen Weg die Projektwochen für Globalisierung und Weltbürgerkunde einführen. Heiko Porsche; bis Ende Juni 2010;
In Lehrerfortbildung Gestaltung der Projektwochen einführen
Vernetzung mit anderern Organisationen z. B. fächerübergreifendem Unterricht für Geschlechtererziehung (Deutsche Gesellschaft für Geschlechtererziehung www.geschlechtserziehung.de)

schulfremdes Praktikum in der Lehrerausbildung etablieren
Kontakte mit Elternbeiräten knüpfen Astrid Steinbach Gemeinschaftsschule Stockelsdorf, Ende Juni 2010;
DFW und  Eike Möller zusammen mit Horst Prem bis August 2010
Unitarier mit diesem Thema beschäftigen Arne Steinbach bis Ende Juni 2010;
Projekt im BduJ verankern, Hauke Möllers, Ende Juni 2010;

Wie weit die Umsetzung gelungen ist werden wir bei der

Bestandsaufnahme während des Seminars 1.-3.10.2010 in Klingberg!

erfahren.