Neue Wirtschaftsethik
Die Dogmen der Ökonomie müssen eingegrenzt werden, da es in einer begrenzten Welt kein unbegrenztes
Wachstum geben kann. Unser Wirtschaftsleben und die Politik folgen aber immer noch
diesen überholten Dogmen. Hier eine beispielhafte Auswahl:
1. Der Staat und die Konzerne regeln alles.
2. Lohnnebenkosten lassen sich nicht senken.
3. Staatsverschuldung kann nur durch Wirtschaftswachstum eingedämmt werden.
4. Ein Wert ist nur monetär zu bewerten.
5. Privatisierungsdogma
6. Freihandelsdogma und Wachstumszwang = Neoliberalismus
Diese Dogmen beschreiben alle offene Prozesse. Sie müssen beiseitegeschoben werden, weil es darum
geht, Kreislaufprozesse steuerlich zu begünstigen und den Fehler in der Volkswirtschaftslehre
zu beseitigen, die heute keinen Rückkopplungsfaktor enthält. Neben Arbeit, Kapital und Boden ist
der Rückkopplungsfaktor Energie in den Theorien zu berücksichtigen. Er fehlt in der Volkswirtschaftslehre
komplett. Das Steuersystem ist an der Mächtigkeit der Produktionsfaktoren auszurichten
und nicht das frühkapitalistische System der Besteuerung der Routinearbeit fortzuschreiben.
Routinearbeit wird heute mit 65% besteuert, die Energie zu 5%. Die Produktionsmächtigkeit beträgt
aber für Routinearbeit 12% und für Energie 41%. Wen wundert dann noch, dass unsere Lohnnebenkosten
nicht entlastet werden können, wenn die Basis unseres Besteuerungssystems nicht die wirtschaftliche
Realität widergibt.
Diese Dogmen der Ökonomie sind nur zu überwinden, wenn ethische Normen Einzug in die Wirtschaft
finden, die das Überleben auf diesem Planeten sichern. Die Politik war bisher unfähig, verbindliche
Klimaschutzziele zu vereinbaren. Hier schrillen die Alarmglocken. Ethik in der Wirtschaft
bedeutet beispielhaft:
1. Steuervergünstigungen für Kreislaufprozesse mit Wirkungsgraden über 90%.
2. Öffentliche Verantwortung für Grundbedürfnisse wie Wasser und Energie.
3. Rückgabe der Energiehoheit an den Bürger und Vorrang für erneuerbare Energien auf dem
Sektor der Strom- und Gasnetze.
4. Reduktion von Treibhausgasemissionen, um das Terror- und Konfliktpotential zu reduzieren.
5. Internationale Verbote für Kinderarbeit durch den Internationalen Strafgerichtshof (ICC)
exekutieren zu lassen, sofern nationale Gerichtsbarkeit nicht greift.
6. Kampf gegen Hunger und Armut intensivieren, um über Wohlstand eine Geburtenregelung
herbeizuführen.
7. Internationale Wirtschafts- und Ethikcharta verabschieden, um die überholten Dogmen der
Ökonomie einzugrenzen.
Ottobrunn, 14.10.2010 Horst Prem
im Namen der Seminarteilnehmer

